Welches CMS ist das richtige? Worauf es bei der Auswahl wirklich ankommt
WordPress, Joomla, individuelle Lösungen oder ein Shop-System – die Auswahl ist groß, und auf den ersten Blick scheint die Entscheidung einfach: Funktionen vergleichen, ein paar Demos ansehen, zuschlagen. In der Praxis zeigt sich schnell, dass es auf mehr ankommt als auf die längste Featureliste.
Aus unserer Erfahrung mit Unternehmenswebsites und Online-Shops.
FUNKTIONSUMFANG
Welche Funktionen werden tatsächlich gebraucht?
Mehrsprachigkeit, Benutzerrechte, Formulare, Schnittstellen – viele CMS werben mit einer langen Liste an Möglichkeiten. Die wichtigere Frage lautet: Was davon braucht die Website wirklich?
Anforderungen zuerst festhalten
Für eine klassische Unternehmenswebsite mit Leistungsseiten, Kontaktformular und Newsbereich reicht oft ein überschaubarer Funktionsumfang.
Nicht jede Funktion per Plugin lösen
Auch bei WordPress gilt: Jede zusätzliche Erweiterung muss zum Projekt passen und lässt sich auf Dauer nicht von allein pflegen.
Redaktionsportale brauchen mehr
Ein großes Portal mit vielen Autoren, Freigaben und komplexen Inhaltsstrukturen stellt ganz andere Anforderungen als eine Unternehmensseite.
Muss das bestehende CMS ersetzt werden?
Nicht immer. Manchmal reicht eine Überarbeitung der bestehenden Installation. Entscheidend ist, was konkret stört: die Pflege, fehlende Funktionen, die technische Basis – oder soll die Seite ohnehin neu gestaltet werden?
Ein Beispiel aus unserer Praxis
Ein gemeinnütziger Verein kam mit einer in die Jahre gekommenen Joomla-Seite zu uns, die sich kaum noch pflegen ließ. Im Rahmen eines großen Redesigns haben wir ein komplett neues WordPress-Setup realisiert, Inhalte sauber übernommen und die Redaktion danach selbstständig arbeiten lassen können.
ALLTAGSTAUGLICHKEIT
Wer soll später mit der Website arbeiten?
Die Bedienbarkeit wird bei der CMS-Auswahl häufig unterschätzt, entscheidet im Alltag aber darüber, ob Inhalte schnell aktualisiert werden oder jede kleine Änderung Zeit kostet.
Ohne Fachkraft pflegbar
Neue Leistungen, geänderte Kontaktdaten oder aktuelle Meldungen sollten sich unkompliziert einpflegen lassen.
Aufbau entscheidet mit
Ein System kann grundsätzlich einfach sein und trotzdem kompliziert wirken, wenn der Seitenaufbau unübersichtlich ist oder zu viele Werkzeuge im Einsatz sind.
Typische Aufgaben vorher testen
Einen Beitrag veröffentlichen, ein Bild austauschen, eine Leistungsseite aktualisieren: Klappt das reibungslos, ist das ein gutes Zeichen.
PRAXISBEISPIEL
Vom alten Joomla-Auftritt zum neuen WordPress-Setup
Ein gemeinnütziger Verein, dessen Website seit Jahren auf einer veralteten Joomla-Installation lief, ist ein gutes Beispiel dafür, wann ein Wechsel wirklich sinnvoll ist.
Die alte Seite war technisch veraltet, die Redaktion kam mit dem Backend kaum noch zurecht, und kleine Änderungen landeten regelmäßig bei uns, statt dass der Verein sie selbst hätte erledigen können.
Im Rahmen eines größeren Redesigns haben wir die Seite komplett neu auf WordPress aufgebaut: bestehende Inhalte übernommen, Struktur und Bedienung an den Alltag des Vereins angepasst und ein System übergeben, das die Redaktion seither eigenständig pflegt.
Der Fall zeigt gut, worauf es bei einer Migration ankommt: nicht der reine Systemwechsel steht im Vordergrund, sondern dass die neue Website hinterher leichter zu pflegen ist als die alte.
GESAMTKOSTEN
Was kostet das CMS wirklich?
Ein kostenloses CMS ist nicht automatisch die günstigste Lösung. Der Lizenzpreis ist nur ein Teil der Rechnung.
WordPress ist Open Source
Trotzdem entstehen Kosten, etwa für Premium-Plugins, individuelle Entwicklung, technische Betreuung oder Sicherheitsmaßnahmen.
Bei Shops kommt mehr hinzu
Zahlungs- und Versandlösungen, Schnittstellen oder spezielle Shop-Funktionen schlagen je nach System unterschiedlich zu Buche.
Der Pflegeaufwand zählt mit
Eine günstig wirkende Lösung kann teuer werden, wenn Anpassungen kompliziert sind oder ständig externe Unterstützung nötig ist.
Erweiterungen mit Bedacht wählen
Plugins sparen Zeit, solange sie sorgfältig ausgewählt werden. Zu viele Erweiterungen machen eine Website unnötig komplex, müssen aktuell gehalten werden und zueinander passen. Wird eine wichtige Erweiterung nicht mehr gepflegt, entsteht schnell zusätzlicher Aufwand.
ONLINE-SHOPS
Bei Shops gelten andere Anforderungen
WooCommerce für integrierte Inhalte
Baut auf WordPress auf und eignet sich besonders, wenn neben dem Verkauf auch Ratgeber oder andere redaktionelle Inhalte eine Rolle spielen.
Magento für umfangreichere Shops
Kommt bei uns ins Spiel, wenn Sortiment, Geschäftsprozesse und Schnittstellen entsprechend umfangreich sind.
SICHERHEIT & WARTUNG
Mit der Veröffentlichung fängt die Arbeit erst an
CMS, Plugins und andere Komponenten müssen laufend aktualisiert werden. Worauf es dabei ankommt:
Updates zeitnah einspielen
Sicherheitslücken werden regelmäßig bekannt und geschlossen.
Backups prüfen, nicht nur erstellen
Eine Sicherung, die im Ernstfall nicht einspielbar ist, hilft niemandem.
Benutzerrechte sauber verwalten
Jeder Zugang nur mit den Rechten, die tatsächlich gebraucht werden.
Erweiterungen aktuell halten
Veraltete Plugins sind eine der häufigsten Einfallstore.
Zuständigkeit vorab klären
Wer kümmert sich um Updates, Monitoring und Notfälle?
Shops besonders im Blick behalten
Technische Probleme wirken sich hier direkt auf Bestellungen und Umsatz aus.
Notfallplan bereithalten
Ein nachvollziehbarer Ablauf, falls doch einmal etwas schiefgeht.
FAZIT
Das System muss zum Projekt passen
Ob WordPress, Joomla, WooCommerce oder Magento: Kein System ist automatisch für jedes Projekt die beste Wahl. Für viele Unternehmenswebsites ist WordPress eine vielseitige Grundlage, bei Online-Shops können WooCommerce oder spezialisierte Lösungen wie Magento infrage kommen.
Auch ein Wechsel von einem bestehenden CMS sollte gut überlegt sein. Er lohnt sich, wenn er konkrete Probleme löst, so wie bei dem Verein, der von Joomla auf WordPress umgezogen ist – nicht, weil ein System gerade im Trend liegt.
Unser Tipp: Anforderungen zuerst festhalten, dann die infrage kommenden Systeme daran messen. So entsteht eine Entscheidung, die zum Projekt passt, statt eine nach Bauchgefühl oder Featureliste.
FAQ
Häufige Fragen zur CMS-Auswahl
Für viele Unternehmenswebsites ist WordPress eine vielseitige und bewährte Grundlage. Bei sehr großen Redaktionsportalen mit komplexen Freigabeprozessen kann aber auch ein anderes System die bessere Wahl sein.
Das hängt davon ab, was konkret stört. Wenn die Pflege umständlich ist, die technische Basis veraltet ist oder die Website ohnehin neu gestaltet werden soll, kann eine Migration sinnvoll sein – wie bei einem Verein, den wir so von Joomla auf WordPress umgezogen haben.
WooCommerce baut auf WordPress auf und eignet sich gut, wenn Verkauf und redaktionelle Inhalte zusammenspielen sollen. Magento kommt eher bei umfangreicheren Shops mit komplexeren Geschäftsprozessen infrage. Welches System passt, hängt vom Einzelfall ab.
Neben Lizenz- oder Abonnementkosten gehören Einrichtung, Hosting, Erweiterungen, Wartung und der laufende Pflegeaufwand zur Rechnung. Ein niedriger Einstiegspreis sagt wenig über die Gesamtkosten über mehrere Jahre aus.
Das sollte vor der CMS-Auswahl geklärt sein, nicht erst beim ersten größeren Update. RDDZ übernimmt auf Wunsch die laufende technische Betreuung, von Updates über Backups bis zur Fehlerbehebung.
Neue Website oder CMS-Wechsel geplant?
Du planst eine neue Website, möchtest dein bestehendes CMS ablösen oder deinen Online-Shop weiterentwickeln? RDDZ unterstützt dich bei der Planung und Umsetzung – von der Auswahl des passenden Systems bis zur technischen Realisierung.


