RDDZ EIGENE INFRASTRUKTUR · NETZWERK-DOKUMENTATION · OPEN SOURCE

Weg von der Excel-Tabelle: Netzwerk-Doku mit NetBox

Zwei 24-Port-Patchfelder, zwei Switches, dokumentiert in LibreOffice – irgendwann wusste bei uns keiner mehr, welche Tabellenversion gerade stimmt. Statt eine eigene Lösung zu bauen, steigen wir auf NetBox um, ein etabliertes Open-Source-Tool für genau diesen Zweck.

NETZWERK-DOKU · VON RDDZ
● Umstieg auf NetBox aktuell im Aufbau
2×24
Patchfeld-Ports im Zugriff
2
Switches dokumentiert
Apache 2.0
Lizenz von NetBox
Schritt 1Racks & Geräte angelegt
Schritt 2Portbelegung in Übertragung
Schritt 3Verkabelung & IP-Adressen folgen

Eigene Infrastruktur, Umstieg noch nicht abgeschlossen.

✓ Offene NetBox-Instanz statt Excel- oder LibreOffice-Tabelle
✓ Racks, Verkabelung und IP-Adressen in einer durchsuchbaren Datenbank
✓ Jede Änderung protokolliert, inklusive wer und wann
✓ REST-API für Automatisierung, zum Beispiel mit Ansible
✓ Quelloffen unter Apache-2.0-Lizenz, selbst gehostet
Serverschrank mit Patchfeld und Switches, dunkles Hintergrunddesign mit Amber-Rot-Verlauf

DAS PROBLEM

Warum die Tabelle irgendwann nicht mehr reicht

Eine Tabelle für Patchfeld-Belegung funktioniert eine Weile gut. Sobald mehrere Leute draufzugreifen oder sich an der Verkabelung etwas ändert, fängt das Problem erst richtig an.

⚠

Keine Versionierung

Wer hat zuletzt geändert, und ist das wirklich die aktuelle Version? In einer Tabelle lässt sich das kaum nachvollziehen.

👥

Mehrere Hände am selben Dokument

Zwei Personen bearbeiten gleichzeitig, und eine Änderung überschreibt die andere, ohne dass es jemand merkt.

📱

Schlecht mobil nutzbar

48 Zeilen auf dem Handy im Serverraum durchscrollen, um einen freien Port zu finden, ist kein Vergnügen.

🔌

Schnell veraltet

Wird kurzfristig umgesteckt und die Tabelle „später“ aktualisiert, ist die Doku von diesem Moment an falsch.

Was am Ende dabei herauskommt

Eine Doku, der niemand mehr ganz traut – und die im Zweifel vor Ort nachgeprüft wird, statt sich auf sie zu verlassen. Genau das will man bei einem Patchfeld nicht.

DIE LÖSUNG

NetBox statt Tabelle

NetBox ist ein Open-Source-Tool für Netzwerk- und Rechenzentrums-Infrastruktur (DCIM) zusammen mit IP-Adressverwaltung (IPAM). Racks, Geräte, Kabel, Ports, VLANs und IP-Adressen liegen dort in einer zusammenhängenden Datenbank statt in einzelnen Tabellenblättern.

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Ein zusammenhängendes Datenmodell

Vom Rack zum Gerät zum Port navigieren und sofort sehen, welches Kabel wohin führt – ohne die passende Zeile in einer Tabelle zu suchen.

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Protokollierte Änderungen

Jede Erstellung, Änderung und Löschung wird mit Nutzer und Zeitstempel festgehalten, zusammengefasst nach Vorgang.

⚙

REST-API

Daten automatisiert abfragen oder in andere Systeme einspeisen, etwa in Ansible-Playbooks oder eigene Skripte.

FUNKTIONEN IM DETAIL

Was NetBox mitbringt

Das Datenmodell steht direkt nach der Installation, ganz ohne eigenes Datenbank-Setup.

Die wichtigsten Bausteine im Überblick:

Zusätzliche Funktionen lassen sich über Plugins nachrüsten, etwa für DNS-Zonen oder BGP-Daten:

DCIM           Racks, Geräte, Cable-Tracing
IPAM           Prefixe, IP-Adressen, VLANs, VRFs
Vorlagen       Jinja2-Konfigurationsvorlagen per API
Erweiterbar    Custom Fields, Tags, Plugins (DNS, BGP, Branching)
Rechte         Rollen pro Nutzer, Gruppe oder Tenant
Change-Log     jede Änderung inkl. Nutzer und Zeitstempel

Lizenz und Betrieb:

Lizenz         Apache License 2.0, Quellcode frei einsehbar
Betrieb        selbst gehostet, keine Pflicht zu Cloud-Angeboten
Optional       NetBox Cloud / NetBox Enterprise (kommerziell)

EIGENE ERFAHRUNG

Der Zwischenstopp, den wir selbst gegangen sind

Bevor wir auf NetBox gestoßen sind, hatten wir überlegt, so etwas selbst zu bauen.

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RackPlaner: unser eigener Versuch

Eine native Android-App in Kotlin, Projektname RackPlaner, gebaut auf unserer eigenen Entwicklerinstanz.

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Was die App können sollte

Racks und Patchfelder dokumentieren, VLANs mit eigenen Farben verwalten, Suche über mehrere Racks hinweg.

⏳

Warum wir sie zurückgestellt haben

Alles, was wir uns vorgenommen hatten, gibt es in NetBox bereits fertig und seit Jahren von einer aktiven Community weiterentwickelt.

Nicht jedes Problem braucht eine Eigenentwicklung

Das RackPlaner-Projekt existiert weiterhin als Codebasis, wird aber aktuell nicht weiterverfolgt. Eine eigene App hätte an diesem Punkt nur nachgebaut, was es längst gibt – mit weniger Funktionen und ohne eine Community dahinter.

AKTUELLER STAND

Wo wir gerade stehen

Racks und Geräte angelegt

Für unsere eigene Infrastruktur – zwei 24-Port-Patchfelder und zwei Switches – steht die NetBox-Instanz, Racks und Geräte sind bereits erfasst.

Portbelegung in Übertragung

Die Patchfeld-Belegung wird gerade Port für Port aus der alten Tabelle übertragen. Schon jetzt lässt sich ein einzelner Port in Sekunden finden, statt eine Tabelle durchzuscrollen.

FAHRPLAN

Vom ersten Rack zur vollständigen Doku

So gehen wir den Umstieg Schritt für Schritt an.

1

NetBox-Instanz aufsetzen

Selbst gehostet, ohne zusätzliches Datenbank-Setup.

2

Standorte und Racks anlegen

Die physische Struktur im System nachbilden.

3

Geräte und Switches erfassen

Jedes Gerät im passenden Rack mit Modell und Rolle hinterlegen.

4

Patchfeld-Portbelegung übertragen

Jeden Port aus der alten Tabelle einzeln eintragen.

5

Kabelverbindungen verknüpfen

Cables zwischen Patchfeld- und Switch-Ports anlegen, inklusive Cable-Tracing.

6

IP-Adressen und VLANs eintragen

Prefixe und VLANs im IPAM-Teil hinterlegen.

7

Zugriffsrechte einrichten

Rollen vergeben, damit nicht jeder an der Verkabelung selbst etwas ändern kann.

FAZIT

Nicht jedes Werkzeug muss selbst gebaut werden

Wer Netzwerkinfrastruktur betreut, kommt an Kabeln, Switches und IP-Adressen nicht vorbei – ein eigenes Werkzeug dafür muss es aber nicht sein. NetBox deckt das meiste davon bereits ab, kostenlos und offen.

Bei uns ist der Umstieg noch nicht abgeschlossen. Sobald die Patchfeld-Doku komplett in NetBox liegt, berichten wir hier, wie es gelaufen ist.

Hinweis: Dieser Beitrag beschreibt unsere eigene Infrastruktur, nicht ein abgeschlossenes Kundenprojekt. Details zu Ihrer eigenen Umgebung sollten Sie vorher prüfen.

FAQ

Häufige Fragen zu NetBox

NetBox ist ein Open-Source-Tool für Netzwerk- und Rechenzentrums-Infrastruktur (DCIM) zusammen mit IP-Adressverwaltung (IPAM). Es bildet Racks, Geräte, Kabelverbindungen, Ports, VLANs und IP-Adressen in einer zusammenhängenden Datenbank ab.
Ja, NetBox selbst steht unter der Apache-2.0-Lizenz und lässt sich kostenlos selbst hosten. NetBox Cloud und NetBox Enterprise sind zusätzliche kommerzielle Angebote des Herstellers NetBox Labs, aber keine Voraussetzung.
Für Netzwerk-Infrastruktur wie Racks, Patchfelder, Switches und IP-Adressen: ja. NetBox bildet genau diese Daten strukturiert ab, inklusive Suche, Historie und API – Dinge, die eine Tabelle nicht bietet.
Für die normale Nutzung über die Weboberfläche nicht. Erst wer die REST-API für Automatisierung nutzen oder eigene Plugins schreiben möchte, braucht entsprechende Kenntnisse.
Das Projekt existiert als Codebasis, wird aktuell aber nicht weiterverfolgt. Der Grund: NetBox deckt die geplanten Funktionen bereits ab, gepflegt von einer aktiven Community statt einem Einzelprojekt.
Für alle, die Netzwerk-Infrastruktur dauerhaft und nachvollziehbar dokumentieren möchten – vom Homelab mit ein paar Racks bis zu IT-Dienstleistern, die das für mehrere Kunden gleichzeitig pflegen.

QUELLEN

Quellen und Links

  • GitHub-Repository: netbox-community/netbox (README, Datenmodell, Lizenz)
  • NetBox Labs – Hersteller und Hauptentwickler von NetBox

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